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Deutsches Musikfest: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Abschlusskonzert

2000 Musikerinnen und Musiker und viele Gäste haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Abschlusskonzert des Deutschen Musikfestes begeistert auf dem Domplatz in Empfang genommen. Der Bundespräsident ist Schirmherr des Festes, zu dem an vier Tagen 15.0000 Musiker sowie 150.000 Besucherinnen und Besucher gekommen waren.

Das Konzert  vor dem Dom und der abschließende Festumzug waren zwei der vielen Höhepunkte der Großveranstaltung, die von der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV) ausgerichtet wurde. Das Fest findet alle sechs Jahre statt. In der BDMV sind mehr als 1,3 Millionen Mitglieder in 18.000 Ensembles organisiert.

Nach der Prèlude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier sagte Steinmeier augenzwinkernd: „Mancher hätte nach diesem als ‚Europafanfare‘ aus dem Fernsehen bekannten Stück eher Thomas Gottschalk als mich erwartet.“ Was das Publikum direkt erheiterte. Zum Abschlusskonzert trug ein großer Gesamtchor aus Orchestern und Kapellen, der große Teile des Platzes füllte, sechs Stücke vor, darunter auch die neue Fanfare der Stadt Osnabrück zum Deutschen Musikfest. „Ich danke sehr für diesen beschwingten Empfang, es waren wunderbare Klänge“, lobte Steinmeier.

An vier sonnigen Tagen mit langen, lauen Abenden war die ganze Stadt Osnabrück erfüllt von Musik. „Sie haben zusammen gefeiert, musiziert und gefachsimpelt“, sagte der Bundespräsident. „Das Fest zeigt wie viel Musik bewirken kann für Kopf, Herz und Bauch, und sie hilft soziale und kulturelle Grenzen zu überwinden.“ Steinmeier schlug aber auch ernstere Töne an: „Heute wird der Ton in der Gesellschaft rauer, in diesen Zeiten ist es wichtig, sich an die Tugenden der Orchestermusik, das Zusammenspiel und das Miteinander, zu erinnern.“

Der niedersächsische Kultus- und Wissenschaftsminister Björn Thümler fügte in seiner Rede an: „Musik ist der Kitt in der Gesellschaft, Kultur darf nicht dem Sparen zum Opfer fallen.“

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der zuvor von Bundespräsident Steinmeier launig für das strahlende Wetter verantwortlich gemacht worden war, schwärmte von den vier Tagen: „Das sechste Deutsche Musikfest hat die Stadt verzaubert. Es hat aus ihr einen einzigen großen Klangraum gemacht, der dabei keine Akustikprobleme kannte.“

Nach dem Konzert setzte sich der Festzug mit 2000 Musikerinnen und Musikern in Bewegung. Wenn die Gruppen bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der an der Ecke beim Generalvikariat in der Hasestraße, gegenüber des Löwenpudels stand, vorbeikamen, grüßte er herzlich und plauschte auch – wenn die Gruppe nicht gerade spielen musste.

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Beste Stimmung bei der Ergebnisbekanntgabe – Gastorchester macht den Abend zur Party (31.05.19)

Die erste Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse erfolgte am Abend des 31.05. in der Turnhalle der Domschule durch den stellvertretenden Bundesmusikdirektor Torsten Ellmann. Die Anspannung wandelte sich nach der Ergebnisbekanntgabe in pure Freude. Mit großer Freude nahmen die Vereine ihre Urkunden entgegen. Dass die Erwartungen an das erhoffte Ergebnis zumeist mehr als erfüllt wurde, war allen anzumerken.

Begünstigt wurde dies durch die stimmungsvoll unterhaltende Trachtenkapelle Todtnauberg e.V. unter der Leitung von Ralph Stellbogen. Die Festhalle wurde zu einer Unterhaltungsmeile, bei der vornehmlich die jungen Musiker*innen auf den Tischen und Bänken stehend mitsangen und mitklatschten.

Schließlich ließen sich die Musiker*innen im Saal dazu inspirieren, ein bekanntes Musikstück über die „Fischerin vom Bodensee“ mit der Trachtenkapelle mitzuspielen. Daraufhin wurde spontan eine Einladung an den Bodensee ausgesprochen, ein Beweis dafür, wie schnell neue Musikerfreundschaften geschlossen werden können.

Wolfgang Rößler, Bundesvereiniggung Deutscher Musikverbände

BDMV Wertungsspiele Blasmusik (31.05.19)

Kategorie 3 in Möser Realschule und der Carolinum Sporthalle
Diszipliniert und gut vorbereitet – BDMV Präsident Lehrieder ist zuversichtlich

Musikvereine zeigen Mut und Zuversicht, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit vor einer neutralen Jury bewerten lassen möchten. Exemplarisch ist hier der Auftritt von dem Sinfonischen Blasorchester Gymnasium Marienschule Hildesheim erwähnt.

BDMV Präsident Paul Lehrieder freute sich über das mit rund 80 in ihren bunten Uniformen angetretenen jungen Musiker*innen. „Die jungen Musiker*innen bereiten sich auf ihre Wertungsspiele ähnlich gut vor wie auf eine Klausur“, so Lehrieder. Das Schulorchester ist aus mehreren Bläserklassen entstanden und hat sich in der Kategorie 3 zur Bewertung gestellt. Der Präsident der BDMV ermunterte alle Vereine das Angebot zur Teilnahme an Wertungsspielen zu nutzen, es diene besonders der Fortentwicklung nicht nur im musikalischen, sondern auch im persönlichen Bereich.

Wolfgang Rößler, Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände

Finalrunde beim Internationalen Dirigentenwettbewerb (01.06.19)

Erstmals wurde bei einem Deutschen Musikfest der BDMV ein internationaler Dirigentenwettbewerb ausgetragen. In Kooperation mit der CISM, der Confédération Internationale des Sociétés Musicales wurde der Wettbewerb ausgelobt. Nach vier Vorausscheiden erreichten die Dirigentin Sophie Sze-Ki Mok aus Hongkong, Marvin Stutz aus Karlsruhe und Julio Domingo Escamilla aus Spanien die heutige Finalrunde.

Die jungen Dirigent*innen hatten im Finale Gelegenheit, im Theater Osnabrück mit dem Polizeiorchester Bayern eigene Akzente mit ihrer Interpretation der Auftragskomposition „Hope“ in Anwesenheit des Komponisten Hubert Hoche zu setzen.
Das couragierte Arbeiten mit dem Orchester machte es für die hochrangig besetzte Jury mit Isabell Ruf-Weber (CH), Professor Johann Mösenbichler (A), Andreas Hotz (D) und Tobias Haßig (D) nicht leicht, den Sieger zu ermitteln.

Sehr erfreut zeigte sich der Projektleiter des internationalen Dirigentenwettbewerbs Professor Ernst Oestreicher über die positive Resonanz und die reibungslose Durchführung. Schließlich wurden für die 20 Teilnehmer*innen insgesamt vier Finalrunden ausgetragen, bis drei Kandidaten feststanden, die heute antraten, um den Sieg zu erringen.

Wichtige Faktoren bei der Bewertung war neben der fachlichen Qualifikation auch die methodisch –didaktische Probenarbeit, die pädagogischen Fähigkeiten der jungen Dirigent*innen und der praktische Umgang mit dem Orchester.

Professor Oestreicher dankte auch den drei Orchestern, die sich bereit erklärt haben, mit den Kandidaten zu arbeiten: Dem Sinfonischen Blasorchester Volkach/Bayern, der Bläserphilharmonie Aachen und dem Polizeiorchester Bayern. Besonderen Dank galt auch der GEMA-Stiftung, die durch ihre finanzielle Unterstützung den Wettbewerb erst ermöglicht haben.

Die Auftragskomposition wird im Konzert am 01.06. von dem Polizeiorchester Bayern beim Deutschen Musikfest uraufgeführt. Die Siegerehrung findet am 02.06. im Rahmen einer Preisträgergala statt.

Wolfgang Rößler, Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände

Musik? Ganz praktisch in allen Lebenslagen! (01.06.19)

Unter dem Motto: Musik? Ganz praktisch in allen Lebenslagen! fand auf der Bühne am Markt das zweite Forum der Deutschen Bläserjugend (DBJ) statt. Wieder im Netz bei Facebook und Instagram live gestreamt, diskutierten Anne und Matthias vom DBJ-Team mit BDMV-Präsident Paul Lehrieder, MdB, Jenny Ruge aus dem Leitungsteam der Bläserjugend im Niedersächsischen Musikverband und Cordula Göbel vom Sinfonischen Blasorchester des Posaunenchors Eichen-Erbstadt aus Hessen.

Schnell war man sich einig, wie wichtig Erfolg und das Gemeinsame sind, wenn Ehrenamt ermöglicht, Nachwuchs gewonnen und Demokratie praktisch gelebt werden soll. Dabei wurde deutlich, dass auf allen Ebenen von Bund, Land und Kommune eine gute finanzielle Ausstattung, gute Rahmenbedingungen für Engagement und Sichtbarkeit der Arbeit die Grundlage für eine erfolgreiche Vereinsarbeit ist. Am Ende durften sich alle Beteiligten noch was wünschen: da kam von öffentlicher Anerkennung über finanzielle Unterstützung und die kostenfreie Bahncard bis hin zu Sonderurlaub für Engagement einiges zusammen.

Matthias Laurisch, Deutsche Bläserjugend

“Vibrato is a device of an artist” (31.05.19)

Tilman Dehnhard gab im DMF-Workshop viele praktische Tipps für das Flötenspiel

Es begann mit einem lockeren Warm-Up, in dem Tilmann Dehnhard erst einmal demonstrierte, was man aus einer Querflöte neben dem klassischen Spiel noch so herausholen kann, und bei dem einen oder anderen Teilnehmer schon mal für große Augen sorgte. Rund 20 Flötenspieler*innen aus verschiedensten Musikvereinen hatten sich eingefunden, um etwas Neues zu lernen.

Die Lernbereitschaft war groß und die 90 Minuten natürlich viel zu kurz, um alles zu vermitteln, denn eigentlich wollten die Teilnehmer gerne zu allen Themen etwas lernen. „Vibrato bringe ich euch nicht bei, das könnt ihr bei eurem Flötenlehrer vor Ort besser lernen. Lasst es euch aber nicht anerziehen! – Vibrato is a device of an artist“. Interessanter waren dann schon die Aspekte des gleichzeitigen Singens und Spielens, Improvisation und BeatBoxing, auf die Dehnhard in seinem Workshop intensiv einging. Man sollte sich einfach jeden Tag 20 Minuten nehmen, die Noten im Koffer lassen und mit seinem Instrument experimentieren. „Fehler vermeiden ist ein Fehler“, so Dehnhard, „wenn man lange genug ausprobiert, wird es immer einfacher, frei ohne Noten zu spielen, so dass der „Notfall-Telemann in Noten“ irgendwann nicht mehr gebraucht wird. Und dann fängt das richtige Musizieren an.“

In seiner frischen und empathischen Art gelang es Tilmann Dehnhard, die Anwesenden zu begeistern, es gab viele positive Resonanzen aus den Reihen der Teilnehmer.

Gemeinsam wurde dann die Technik des Beatboxens intensiv erarbeitet und führte am Ende des Lehrgangs für den Zeitrahmen zu recht guten Ergebnissen. „Daran müsst ihr jetzt einfach weiterarbeiten, es lohnt sich, denn wer viel übt, braucht irgendwann keine Mühe.“

Ralf Drossner, Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände

„Unsere Welt klingt bunt!“ – Bläserklassen haben´s drauf! (01.06.19)

Beim Begriff „Bläserklassen“ entsteht zuerst das Bild von Schüler*innen in der Ausbildung an Blasinstrumenten. Hier beim Deutschen Musikfest in Osnabrück wurde diese Vorstellung verändert: eine Erwachsenenbläserklasse des Zollern-Alb-Kreises bewies, dass es nie zu spät ist, ein Instrument zu erlernen.

Beim Bläserklassenwettbewerb der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände und der Deutschen Bläserjugend konnten sich sowohl junge als auch erwachsene Bläserklassen aus verschiedenen Ausbildungsjahren vor einer Jury messen.

Das Motto „Unsere Welt klingt bunt“ wurde unter anderem durch bunte Bühnenkleidung oder durch passende Videos im Hintergrund aufgegriffen. Die Mischung junger und älterer Musizierender zeichnete ein ganz neues Bild der Bläserklassen. Die Zollern-Alb(t) Bläser zeigten, wie toll musizieren lernen auch bei nicht ganz neuen Musikschüler*Innen funktioniert: schon nach kurzer Ausbildungszeit lieferten sie eine tolle Darbietung in Osnabrück ab. Musizierende und Publikum waren begeistert!

Erster Brassbandwettbewerb auf dem Deutschen Musikfest (01.06.19)

Auf dem 6. Deutschen Musikfest gibt es einige Premieren: Zum ersten Mal wird in Kooperation mit dem Deutschen Brass Band Verband der Brassband Entertainment Wettbewerb auf dem Deutschen Musikfest ausgerichtet. Acht Brass Bands aus Deutschland und benachbarten Ländern stellen sich in der OsnabrückHalle der hochkarätigen Jury mit Oliver Chadik, dem Leiter der Big Band der Bundeswehr, der gemeinsam mit Magnus Hylander, einem schwedischen Brass Band Dirigenten, die musikalische Performance der Teilnehmer genau unter die Lupe nehmen wird. Weitere Juroren sind Stefan Ametsbichler, Moderator beim BR und zugleich auch Arrangeur und Dirigent sowie der renommierte Tubasolist, Kabarettist und ehemaliges Mitglied von LaBrassBanda Andreas Martin Hofmeir, die die Showelemente der einzelnen Wettbewerbsbeiträge bewerten.

Für DMF-Botschafter Andreas Martin Hofmeir ist die Jurorentätigkeit ebenfalls eine Premiere. Eigentlich ist er lieber als Musiker oder Dozent im Einsatz als andere Musiker zu bewerten. Da sein Bewertungsschwerpunkt auf der Performance der Brass Bands liegt, hat er zugesagt. „Für mich sind das interessante Erfahrungen, da ich selbst gerade mit der Brass Band Oberschwaben-Allgäu mit einem dem Programm „Brass & Cabaret“ unterwegs bin. Da freut man sich auf neue Ideen und schaut gerne einmal über den Tellerrand, wie es andere machen“, so Hofmeir.

Die Deutsche Brassband Szene steht noch recht weit am Anfang, insgesamt sind rund 15 Brass Bands aus ganz Deutschland organisiert, berichtet die Schatzmeisterin Sonja Hanebaum vom Deutschen Brass Band Verband. „Diese Chance sollte die Brass-Band-Szene nutzen und sich von dem militärisch steifen englischen Stil emanzipieren. Neben Show- und Entertainment-Elementen könnte sich eine Brass Band auch mal an klassischer Streichorchester-Literatur versuchen.“

Das Show- und Entertainment ist bei den Beiträgen der Brass Bands im Wettbewerb aus Sicht von Hofmeir auch noch ausbaufähig. Hier fordert er mehr Mut und Ideen. Gleiches gilt für die Moderation. „Eine gute Moderation muss frech und originell sein, eine schlechte Moderation kann das beste Programm kaputt machen“, so Hofmeir. Ich denke, in jeder Brass Band finden sich witzige Typen, die die Moderation übernehmen könnten. Es muss schließlich auch nicht immer der Dirigent der Moderator sein.“

Ralf Drossner, Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände

[eMotion] Bläserphilharmonie Osnabrück und Tanzschule Hull (01.06.19)

Ein ganz besonderes Projekt fand heute Vormittag im Europasaal der Osnabrückhalle statt: die Choreografie zu „Chakra“ unter der Leitung von Patsy Hull-Krogull und Guido Niermann entstand in den vergangenen sechs Monaten in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen und Institutionen. Wir freuen uns ganz besonders, dass die Uraufführung zum Deutschen Musikfest hier in Osnabrück erfolgte. Inklusion liegt uns als Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V., und vor allem auch ihrer Jugendorganisation der Deutschen Bläserjugend am Herzen. [eMotion] zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren jeglicher Herkunft, mit und ohne Behinderung zu Orchestermusik tanzen und damit die Musik unmittelbar unterstützt und Gefühle darstellt.

Musik ist grenzenlos und wenn alle gemeinsam Spaß an der Musik haben und das
dann auf die Bühne gebracht wird, ist es genau das, was wir mit dem Deutschen Musikfest erreichen und zeigen wollen. Und genauso ist es auch beim Publikum angekommen: alle waren begeistert und wirklich beeindruckt und dankten dem Projekt mit langanhaltendem Applaus – das zeigt umso mehr, dass sich unser aller Engagement lohnt!

Anne Sygulla, Deutsche Bläserjugend